Träum weiter, Deutschland!

Buchcover Günter Ederer Träum weiter Deutschland - Politisch korrekt gegen die Wand

Poli­tisch kor­rekt gegen die Wand

Eichborn Verlag368 Sei­ten
März 2011, Eich­born, ISBN 9783821865409

 

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Kurz­be­schrei­bung

Warum der Staat uns nicht ret­ten kann

Gün­ter Ede­rer ent­larvt die deut­sche Nei­gung, sich bei The­men wie Bevöl­ke­rungs­rück­gang, Staats­ver­schul­dung, Kli­ma­wan­del oder Bil­dungs­mi­sere von Wunsch­den­ken, Ideo­lo­gien und Staats­gläu­big­keit lei­ten zu las­sen – und er erklärt, warum wir mit die­ser Hal­tung Deutsch­land an die Wand fah­ren.
Der Schul­den­berg des Bun­des wächst Jahr für Jahr um 80 Mil­li­ar­den Euro, wir aber fei­ern die zehn, die gespart wur­den. Mit 165 Mil­li­ar­den Euro sub­ven­tio­nie­ren wir Berufs­grup­pen wie Hote­liers, Blu­men­händ­ler, Milch­bau­ern, aber glau­ben noch immer, dass es die Hartz-IV-Empfänger sind, die uns rui­nie­ren. Im Jahr 2009 haben 40.000 gut aus­ge­bil­dete Tür­ken Deutsch­land wegen schlech­ter Job­per­spek­ti­ven den Rücken gekehrt. Wäh­rend wir qua­li­fi­zierte Ein­wan­de­rer brau­chen, wan­dern 150.000 qua­li­fi­zierte Deut­sche aus. Zu viele Inter­es­sen, vor allem der Macht­eli­ten, ver­hin­dern grund­le­gende Lösun­gen. Der dro­hende Kol­laps Deutsch­lands kann nur durch ein Weni­ger an Staat ver­hin­dert wer­den, damit sich die Kräfte einer frei­heit­li­chen Gesell­schafts­ord­nung ent­fal­ten kön­nen, die echte Gerech­tig­keit ermög­li­chen. Ede­rer skiz­ziert Alter­na­ti­ven, die Deutsch­land eine Zukunft ohne Staats­ver­schul­dung und Staats­be­vor­mun­dung ermöglichen.

 

Rezen­sio­nen aus der Presse

Mari­anne Kör­ber, Süd­deut­sche Zei­tung 9. Juli 2011

Ede­rer hat Recht: Warum nicht die bes­ten Modelle nach­ma­chen, bevor Deutsch­land in der Bedeu­tungs­lo­sig­keit versinkt?”

Ganze Rezen­sion lesen: Süd­deut­sche Zei­tung, Fern­blick bis zum Tellerrand

 

Phi­lip Pli­ckert, Frank­fur­ter All­ge­meine Zei­tung, 20. Juni 2011

Unge­wohnt für einen libe­ra­len Publi­zis­ten ist die Vehe­menz, mit der Ede­rer gegen gie­rige Ban­ken, Groß­kon­zerne und das grüne Bür­ger­tum vom Leder zieht. Hier spricht Lud­wig Erhard für den klei­nen Mann. Viele Sub­ven­tio­nen kri­ti­siert Ede­rer auch des­halb so scharf, weil sie eine finan­zi­elle Umver­tei­lung von unten nach oben bedeuten”

Ganze Rezen­sion lesen: Frank­fur­ter All­ge­meine Zei­tung, Wach auf, Deutschland

 

Carl Batis­wei­ler, Euro, Mai 2011

Ein klu­ges Buch wider den gleich­ma­che­ri­schen Zeitgeist.”

 

Michael Hol­mes, Die Welt, 23. Mai 2011

Anhand vie­ler Bei­spiele zeigt er, dass Deutsch­land seine drän­gends­ten Pro­bleme in den Griff bekom­men kann, wenn es aus den Erfah­run­gen ande­rer Län­der lernt. Wir soll­ten uns von den nie­der­län­di­schen und fin­ni­schen Bil­dungs­sys­te­men, dem est­ni­schen Steu­er­mo­dell und der aus­tra­li­schen Alters­po­li­tik inspi­rie­ren las­sen. Neu­see­land, Schwe­den und Däne­mark haben in den Neun­zi­gern vor­ge­macht, wie man der Schul­den­falle entkommt.”

Ganze Rezen­sion lesenDie Welt, Buch zum Sozialstaat

 

Gerd Haber­mann, Neue Zür­cher Zei­tung, 6. April 2011

Ede­rer ist kein Schreibtisch-Analytiker, son­dern kann in sei­nen Büchern auf sein Wis­sen aus allen wich­ti­gen Län­dern der Erde, die er als Kor­re­spon­dent und Fil­me­ma­cher besucht hat, zurück­grei­fen, ergänzt durch Literatur- und Akten­stu­dium. Sein neues Buch ist packend, über­aus anschau­lich und wie immer in dezi­dier­ter libe­ra­ler Ton­art und gleich­zei­tig unge­wöhn­lich angrif­fig geschrieben.”

Ganze Rezen­sion lesen: Neue Zür­cher Zei­tung, Düs­te­res Sze­na­rio für Deutschland

 

Bernd Los­kant, Ful­daer Zei­tung, 15. März 2011

Mit gro­ßer Detail­kennt­nis schil­dert er die Lage in Deutsch­land, macht Ursa­chen der Finanz­krise aus­fin­dig, stößt auf die Wur­zeln der staat­li­chen Daseins­für­sorge im Drit­ten Reich und erzählt von Unter­neh­mern, die von übereif­ri­gen Steu­er­be­am­ten ver­nich­tet wur­den. Soll nur kei­ner sagen, er habe nichts gewusst, wenn die Bombe irgend­wann explo­diert. […] Der Autor kommt bereits in sei­nem Vor­wort zu der Erkennt­nis: Ein kol­lek­ti­ver Ver­drän­gungs­me­cha­nis­mus bene­belt Bevöl­ke­rung und Poli­tik. Und gerade des­halb ist sein Buch so wichtig.”

Ganze Rezen­sion lesen: Ful­daer Zei­tung, Neue Bür­ger braucht das Land

 

Car­los A. Gebauer, eigen­tüm­lich frei, 14. März 2011

Wer die poli­ti­sche und gesell­schaft­li­che Ent­wick­lung Deutsch­lands kri­tisch ver­fol­gen und beglei­ten will, der kommt an Gün­ter Ede­rers kennt­nis­rei­cher und pro­fun­der Ana­lyse unse­res Lan­des schlech­ter­dings nicht vor­bei. Sein Buch ist inso­fern alter­na­tiv­los hilfreich.”

Ganze Rezen­sion lesen: eigen­tüm­lich frei, Über das neue Buch von Gün­ter Ederer

 

Lese­probe Prolog

Vor­wort: Auf dem Weg zum Crash?

Da sind zwei Züge in den Sieb­zi­ger­jah­ren auf dem­sel­ben Gleis los­ge­fah­ren, die irgend­wann in den nächs­ten 15 Jah­ren zusam­men­sto­ßen wer­den. Der eine Zug heißt Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung, der andere Staats­schul­den. Mit zuneh­men­dem Tempo steigt die Zahl der Rent­ner rapide an, und wenn dann die Jahr­gänge von 1960 bis 1970, die gebur­ten­stärks­ten, die es je in Deutsch­land gab, aus dem Arbeits­le­ben aus­schei­den, feh­len jähr­lich bis zu 600 000 Men­schen, die die Lücken fül­len könnten.

Im Fünf­jah­res­rhyth­mus sind es dann drei Mil­lio­nen Beschäf­tigte weni­ger, die Steu­ern zah­len und die Sozi­al­sys­teme finan­zie­ren kön­nen. Zah­len, die heute schon unum­kehr­bar fest­ste­hen. Nicht anders ver­hält es sich mit dem ande­ren Zug­un­getüm, das auf uns zurollt: den unvor­stell­ba­ren Schul­den, die Deutsch­land ange­häuft hat. Fast zwei Bil­lio­nen Euro cash und noch ein­mal sie­ben Bil­lio­nen Euro in Geset­zen fest­ge­schrie­bene Aus­ga­ben, für die es kei­nen Cent Rück­la­gen gibt. Das sind die rasant anstei­gen­den Kos­ten fu¨r die Beam­ten­pen­sio­nen, die Rent­ner, die Kran­ken­kos­ten und die Pflege, über die wir nur ansatz­weise dis­ku­tie­ren. Ein kol­lek­ti­ver Ver­drän­gungs­me­cha­nis­mus bene­belt Bevöl­ke­rung und Poli­tik. Obwohl die Zah­len bekannt sind, will kaum jemand wis­sen, wel­che Kon­se­quen­zen sie bedeuten.

Es ist wie im Mär­chen Des Kai­sers neue Klei­der. Wer laut ruft: “Unser Staat ist pleite”, wird von der poli­tisch kor­rek­ten Klasse als Mies­ma­cher aus­sor­tiert. Er stört den woh­li­gen Traum, dass alles schon nicht so schlimm kom­men wird. Die Züge wer­den noch beschleu­nigt durch die wach­sende Staats­gläu­big­keit der Deut­schen. Dazu zwei Bei­spiele: Als die welt­weite Finanz­krise auch Deutsch­land erreichte, for­derte die Ver­ei­nigte Linke die Ver­staat­li­chung der Ban­ken. Dabei waren die dümms­ten Käu­fer der wert­lo­sen US-Finanzderivate die staats­ei­ge­nen Lan­des­ban­ken. Es wird also die Ver­staat­li­chung der staat­li­chen Ban­ken ver­langt. Das ist schon ein Fall für den Psych­ia­ter. Oder, wann immer die Deut­sche Bahn AG durch Pan­nen und Unfä­hig­keit auf­fällt, wer- den sofort die geplante Pri­va­ti­sie­rung und die Gewinn­ma­xi­mie­rung ver­ant­wort­lich gemacht. Das geschieht reflex­ar­tig, ohne die Fak­ten über­haupt noch wahr­zu­neh­men. Die Deut­sche Bahn AG gehört näm­lich zu 100 Pro­zent der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und wird auf allen Ebe­nen, von der Spitze bis zum Lok­füh­rer, von poli­tisch moti­vier­ten Ent­schei­dun­gen geprägt. Wie die Läm­mer, die ihren Metz­ger wäh­len, hof­fen immer mehr Deut­sche auf die Lösung unse­rer Pro­bleme durch das Kol­lek­tiv, also den Staat. Statt dar­auf zu drän­gen, dass jedem Ein­zel­nen mög­lichst viel Geld von sei­nem Ver­dienst bleibt, damit er selbst ent­schei­den kann, was für ihn gut und rich­tig ist, haben wir uns eines der kom­pli­zier­tes­ten Steu­er­sys­teme der Welt zuge­legt. Wir über­ge­ben lie­ber unser Geld dem Staat und las­sen dann einen Büro­kra­ten über uns verfügen.

Nicht ein­zelne Ent­schei­dun­gen von Mil­lio­nen von Bür­gern for­men unsere Gesell­schaft, son­dern einige wenige ent­schei­den über Mil­lio­nen. Es dürfte welt­weit ein­ma­lig sein, dass eine Par­tei an Zustim­mung ver­liert, weil sie die Staats­aus­ga­ben und damit die Steu­ern sen­ken will. Dafür haben sich in Deutsch­land neue mora­li­sche, aber sehr schwam­mige Maß­stäbe eta­bliert. Keine Geset­zes­in­itia­tive mehr, die nicht mit den Attri­bu­ten “umwelt­ver­träg­lich, sozi­al­ver­träg­lich und nach­hal­tig” ver­se­hen wird. Das ist dann “poli­ti­sche Kor­rekt­ness” in Voll­en­dung. Aber diese “poli­ti­sche Kor­rekt­ness”, diese soziale Tyran­nei der öffent­li­chen Herr­schafts­mei­nung ist nicht nach­hal­tig: Im Gegen­teil, sie beschleu­nigt die bei­den auf­ein­an­der zu don­nern­den Züge. Unser Gesell­schafts­mo­dell der ver­marx­ten, ver­murks­ten Mark­wirt­schaft kracht an die Wand - unwei­ger­lich. Und spä­tes­tens dann wird deut­lich, wie unso­zial es war und ist.

Ob wir durch eine hohe Infla­ti­ons­rate oder gleich durch eine Wäh­rungs­re­form für die Schul­den der ver­ant­wor­tungs­lo­sen Jahr­zehnte von 1970 an auf­kom­men müs­sen, ist ziem­lich egal. Die Zeche zahlt vor allem der berühmte “kleine Mann”, der sich nicht abset­zen und seine Gel­der außer Lan­des brin­gen kann. So aus­weg­los die Per­spek­tive für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land auch aus­sieht, in die­sem Buch zeige ich Alter­na­ti­ven auf, wie die Züge noch mit einer Voll­brem­sung zu stop­pen wären. Es sind Alter­na­ti­ven, die in ande­ren Staa­ten mit Erfolg prak­ti­ziert wer­den. Wir Deut­sche müs­sen also das Rad nicht neu erfin­den, son­dern ein­mal von ande­ren ler­nen, auch wenn uns das schwer fällt. Hän­gen wir doch immer noch der Vor­stel­lung nach: “Am deut­schen Wesen muss die Welt gene­sen.” Denn reden wir uns nicht gerade ein, dass wir die “Loko­mo­tive der Welt­wirt­schaft” sind, die “Ret­ter des Euro”, das “Vor­bild für die Ret­tung des Welt­kli­mas”? Statt sich im Eigen­lob zu suh­len, haben alle Lösungs­an­sätze in die­sem Buch etwas gemein­sam, das den Deut­schen eher fremd ist: Sie ver­lan­gen weni­ger Staat, mehr Wett­be­werb, sie ver­lan­gen mehr Eigen­ver­ant­wor­tung, weni­ger Gleich­heit und vor allem den Mut für ein unab­ding­ba­res Bekennt­nis zur Freiheit.

Wir haben die Wahl: Wei­ter so wie bis­her mit einem Modell, das die Gebur­ten schrump­fen lässt, weil sich Kin­der­lo­sig­keit aus­zahlt, und das die Schul­den wach­sen lässt, weil ein all­ge­gen­wär­ti­ger Staat ver­ne­belt, wer ver­ant­wort­lich ist - oder wir set­zen auf die indi­vi­du­elle Frei­heit, den Motor, wel­cher der west­li­chen demo­kra­ti­schen Gesell­schaft zum Erfolg ver­hol­fen hat.

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